Diese acht Bodenbeläge sind nachhaltig

20. Oktober 2017

Es gibt kaum ein anderes Einrichtungselement, dass uns so lange begleitet wie der Bodenbelag. Und dem wir auch körperlich so nahe kommen, besonders wenn man kleine Kinder hat, denen man auf dem Boden hinterher robben muss. Wir sind daher gut beraten, die beste Bodenbelagauswahl für unsere Gesundheit zu treffen. Und diese ist auch fast immer die beste Wahl für unsere Umwelt. Hier findet Ihr einen Überblick über nachhaltige Bodenbeläge für Euer Zuhause.

Eigentlich muss ich nicht mehr viel dazu schreiben, warum es so wichtig ist, bei der Auswahl der Materialien für das Zuhause auf Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit zu setzen. Aber oft sind die nachhaltigen Bodenbeläge etwas teurer und man greift zum verlockenden, günstigeren Angebot, dass leider oft giftig ist. Bodenbeläge, die aus PVC oder ähnlichen Kunststoffen bestehen, die giftige Chemikalien enthalten, dünsten über viele Jahre still und heimlich aus; und schädigen so über die Zeit erheblich die Bewohner. Neben der Auswahl des eigentlichen Rohstoffes ist es zudem extrem wichtig, auch auf die Endbearbeitung der Materialien durch Farben, Lacke und Klebstoffe zu achten. Auch die können sehr wohl Umwelt- und Gesundheitsschädlich sein und aus dem tollsten, nachhaltigen Produkt eine giftige Katastrophe machen.

Bodenbeläge wie Vinyl, Laminat und andere Kunststoffbeläge lassen sich zudem nicht recyceln, werden entweder verbrannt und setzen so Giftstoffe in die Luft frei, oder verrotten bis in alle Ewigkeit – den so lange sind sie oft haltbar – irgendwo in der Erde oder auf der Müllkippe vor sich hin.

Dabei haben schon unsere Vorfahren gewusst, wie man nachhaltig wohnt. Das Gute liegt einfach in der Vergangenheit, und oft in der Nähe. Ja, ein umweltverträglicher Bodenbelag ist eventuell etwas teurer, aber muss man auch bedenken, dass man bei Böden eine langfristige Entscheidung trifft, die oft 20 Jahre oder länger im Wohnraum verbleibt. Da lohnt sich die Investition.

 

1 >> KEEP IT

In vielen Bereichen, und so auch in der Innenarchitektur gilt das Mantra:

REDUCE – REUSE – RECYCLE

Oberste Priorität hat die Reduzierung des Materialeinsatzes. Das ist bei Bodenbelägen etwas schwierig, denn worauf soll man sonst laufen? Aber falls es schon einen Betonboden gibt, dann kann man darauf verzichten, darüber noch, zum Beispiel, einen Holzboden zu verlegen. Oder man verzichtet bei Holzböden auf schädliche Überlacke und verwendet stattdessen natürliche Öle und Wachse. Aber es kommt nicht nur auf eine Reduzierung des Materials an, sondern auch in Konsequenz auf eine Reduzierung der eingesetzten Energiekosten, des Wasserverbrauchs und/oder Verpackungsmaterials. Umweltschutz hört eben nicht bei „A“ auf.

Fall eine Materialreduzierung nicht in Frage kommt, dann sollte man prüfen, ob die Wiederverwendung eines bereits bestehenden Bodens möglich ist. Alte Dielen oder Parkett können abgeschliffen und neu versiegelt werden, der verlegte Steinboden kann durch Teppiche verschönert werden, der Betonboden geschliffen werden. Das ist natürlich nur dann möglich, wenn man keinen Neubau plant, und man das unverschämte Glück hat, einen geschmacklich und qualitativ ansprechenden Bodenbelag vorzufinden. Dieses Glück hatte ich bei Waldfrieden, denn unter dem verlegten Teppichboden und altem Linoleum befanden sich über 100 Jahre alte, ungenutzte Holzdielen.

Bei einem Neubau, oder sollte der vorhandene Bodenbelag nicht zusagen, ist es besser bei der Auswahl von neuen Materialien zunächst recycelten Stoffen den Vortritt lassen, und erst dann zu erneuerbaren, natürlichen Materialien greifen.  Mittlerweile gibt es eine Auswahl an recycelten Teppichen, Fliesen und alten Holz- und Steinböden, die man, zum Beispiel, bei Spezialhändlern für historische Baustoffe finden kann.

 

2 >> POLIERTER BETONBODEN

Image courtesy of Lisa Cohen

Wusstet Ihr eigentlich, dass die Römer den Beton erfunden haben? Jetzt ist ein polierter Betonboden das Herzstück des Industrial Style und erfreut sich in den letzten Jahren extremer Beliebtheit. Er funktioniert als Kontrast zu Einrichtungen mit viel Naturmaterialien wie Holz, Fell und Wolle, aber auch in einer minimalistischen, zeitgenössischen Architektur. Nun ist Beton, Estrich oder auch der momentan extrem angesagte Terrazzo nicht per se nachhaltig, da ein hoher Energieaufwand für seine Herstellung von Nöten ist. Beton ist aber besonders nachhaltig, wenn er als Bodenbelag weiterverwendet wird, denn durch seine extreme Langlebigkeit muss er praktisch fast nie ersetzt werden. Eben diese extreme Belastbarkeit und Langlebigkeit machen ihn nachhaltig. Ein weiterer Vorteil ist die thermische Qualität von Beton: er kühlt im Sommer und wärmt im Winter. So können die Kosten für Heizung und Klimaanlage reduziert werden. Betonboden ist auch die richtige Wahl für Allergiker. Zudem ist er sehr leicht zu reinigen und dünstet keine Giftstoffe aus.

 

3 >> KORK

Suchst Du nach einem Bodenbelag, der leise, warm und weich ist, sowie erneuerbar und zu 100% biologisch abbaubar? Dann ist Kork die richtige Wahl für Dich. Kork ist ein ganz besonderes Naturmaterial und hat unglaublich viele tolle Eigenschaften. Es ist elastisch, aber gleichzeitig auch strapazierfähig und haltbar. Es ist wasserundurchlässig, extrem leicht, hygienisch, feuerfest, antistatisch, lärm- und schalldämmend, antiallergisch, und zudem nachhaltig und recyclebar. Es gibt Korkböden in verschiedenen Farbgebungen, besonders in Fliesenform können so interessante Muster verlegt werden. Das Foto oben zeigt einen weißlich eingefärbten Korkboden, der dem Material einen modernen Look gibt.

Kork stammt von der Korkeiche, deren Rinde in regelmäßigen Abständen vom Baumstamm abgeschält werden kann, getrocknet wird und dann zu Korkprodukten verarbeitet wird. Die Korkeiche gibt es hauptsächlich in Nord Afrika, Spanien, Portugal, Italien, Südfrankreich und Griechenland. Bei der Auswahl des Korkbodens sollte darauf geachtet werden, dass bei zu verklebenden Böden der Klebstoff schadstoffarm ist. Es gibt aber auch Klicksysteme zum Verlegen.

 

4 >> ZERTIFIZIERTES HOLZ

Holz ist von jeher die 1. Wahl bei der Materialauswahl für den Boden. Es ist natürlich, harmonisch, abwechslungsreich, fusswarm, extrem haltbar und total zeitlos. Obwohl es ein natürlicher, nachwachsender Rohstoff ist, braucht Holz viele Jahre, bis es „geerntet“ werden kann. Mittlerweile dürfte Jedem bekannt sein, dass die illegale Abholzung der Wälder für die Umwelt und uns eine Katastrophe darstellt. Daher ist die Herkunft des Holzes entscheidend. Der Forest Stewardship Council (FSC) kümmert sich um die weltweite Aufforstung, die Artenvielfalt im Wald und dessen Luft- und Wasserqualität. Insgesamt gibt es 57 Kriterien, von dem Schutz der lokalen Artenvielfalt bis zur Minimierung von Giftstoffen, die FSC zertifiziertes Holz erfüllen muss. Wer sich für die einzelnen Kriterien interessiert, der findet auf der Website des Forest Stewardship Council eine Vielzahl an Informationen und Quellen. FSC zertifizierte Holzböden gibt es als Massivholzböden, aber auch als Parkett. Soll der Holzboden verklebt werden, dann auch auf einen Schadstoff-armen oder möglichst -freien Kleber achten. Auch das Unterlegmaterial für den Fussboden sollte aus natürlichen Materialien bestehen.

Anstatt Holz mit chemischen Stoffen zu versiegeln oder mit VOC-haltigen Lacken zu streichen, kann es mit natürlichen Ölen und Wachsen behandelt werden. Holzböden lassen sich bei starker Beschädigung gut abschleifen und reparieren, und schaffen es bei guter Behandlung locker auf viele Jahrzehnte. Nur muss man bei Wasser ein bisschen aufpassen. Obwohl meine Erfahrung mit Holzböden im Badezimmer ist, dass es unempfindlicher ist, als man gemein denkt.

 

5 >> SISAL / JUTE / WOLLE

Sisal, Jute, Seegrass und Wolle: Teppiche aus diesen natürlichen Materialien bringen Textur, Wärme und Natürlichkeit in das Zuhause. Egal ob pflanzlichen (Sisal, Jute, Seegrass) oder tierischen Ursprungs (Wolle), sie können entweder komplett verlegt werden, oder als Akzentteppich in unterschiedlichen Größen genutzt werden. Letzteres funktioniert neuerdings als Layer, d.h. verschiedene, natürliche Teppiche werden übereinander gelegt und kombiniert. Durch die verschiedenen Web- bzw. Knüpftechniken ergeben sich eine Bandbreite an Mustern wie Chevron, Streifen, Wellen etc.. Durch ihre Natürlichkeit und neutrale Farbgebung eignen sich diese Teppiche hervorragend als Basic und lassen sich mit Accessoires und Möbeln aus vielen, unterschiedlichen Stilrichtungen kombinieren. Der große Nachteil bei diesen Materialien ist, dass sie sich schlecht mit Wasser vertagen. Daher sind sie nicht für die Küche oder Bad geeignet. Und Wolle ist bei Motten beliebt, während die pflanzlichen Materialien überhaupt nicht von Ungeziefern befallen werden. Sie sind sogar für Allergiker geeignet.

 

6 >> BAMBUS

Bambus wächst extrem schnell und ist daher die ultimative, erneuerbare Ressource, und wahrscheinlich eine der nachhaltigsten Bodenbeläge, die man installieren kann. Bambus kann im Gegensatz zu vielen Baumarten alle fünf Jahre geerntet werden. Es ist aber nur dann nachhaltig, wenn es nicht über tausende Kilometer aus Asien importiert wird.

Wie Echtholzböden, gibt es Bambusböden in vielen Farbtönen von hell bis dunkel. Es ist extrem stabil, unempfindlicher gegenüber Wasser- und Temperaturunterschieden als Holz, und leicht zu reinigen. Bei der Auswahl des Bambusboden ist auch der verwendete Kleber entscheidend. Der sollte möglichst frei von Schadstoffen sein. Auch kommt es auf das Unterlegmaterial an.

 

7 >> LINOLEUM

Image courtesy of Meister.com

Linoleumböden bestehen zu 100% aus natürlichen Materialien: Leinöle, Harze und Jute wachsen innerhalb von wenigen Jahren nach, Kalkstein (Kreide) ist weltweit in Massen vorhanden. Weitere Inhaltsstoffe sind Korkmehl oder Holzmehl und Farbpigmente. Auch nach der Verwendung kann Linoleum problemlos verrotten, wird aber leider meist noch verbrannt, da es keine passenden Recyclingprogramme gibt.

Linoleum hat neben seiner Nachhaltigkeit noch viele, weitere Vorteile: er ist extrem strapazierfähig, ist angenehm weich, langlebig, leicht zu reinigen, antistatisch, antibakteriell, hygienisch, und natürlich. Mittlerweile gibt es neben dem klassischen marmoriertem Muster, viele weitere Muster und Farben, die perfekt zu zeitgenössischen Architektur passen. Und wer sich noch daran erinnert, wie früher die Oma ihren Linoleumboden gewachst hat, das ist auch passe, dank einer neuen Oberflächenbehandlung.

 

8 >> NATURSTEIN

Image courtesy of Wu Yong-Chang

Stein ist natürlich und zeitlos schön. Er ist wasserabweisend, daher der ideale Bodenbelag im Badezimmer und Küche. Zudem ist ein Steinboden extrem haltbar, praktisch unverwüstlich, feuerfest und gehört zu den langlebigsten Bodenbelägen überhaupt. Und genau diese Langlebigkeit macht Naturstein zu einer nachhaltigen Bodenbelagsvariante. Als endliches Material ist Stein jedoch nicht erneuerbar. Ein extrem seltener Marmor oder Granit aus Übersee, der unter mehr als fraglichen Bedingungen tief aus der Erde gewonnen wurde, ist natürlich nicht nachhaltig. Es kommt also stark auf die Herkunft und Art der Gewinnung des Natursteins an. Eine nachhaltigere Wahl ist Sandstein oder Schiefer aus der Umgebung, denn diese Arten befinden sich generell näher an der Erdoberfläche und können mit geringeren Transportwegen zum Endverbraucher gelangen.

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