Trend: der doppelte Boden

17. Februar 2016

Ich bin kein Fan davon, Dinge unnötig zu verkomplizieren. Und weniger ist oft mehr. Aber dieser Fussbodentrend ist eine Bereicherung. Die Kombination verschiedener Bodenbelägen in einem Raum erzeugt spannende Flächen und Muster. Dieser Trend ist bestimmt nicht brandneu, aber viele Hersteller vereinfachen jetzt die Umsetzung. Die schönsten Materialkombinationen, Herstellerlinks und noch mehr Tipps habe ich Euch hier zusammengepuzzelt.

Es gibt durchaus viele Gründe, warum es Sinn macht, zwei Bodenmaterialien miteinander zu mixen. Der simpelste zuerst: es gefällt. Oder man hat nicht genug von einer Sorte. In jedem Fall ist es momentan sehr angesagt. Unter anderem  kann man dadurch einen Raum innerhalb eines Raumes definieren,  zum Beispiel Wohn- und Essbereich. In Badezimmer und Küche eignet sich die Kombination aus Holz und Fliese, um Bereiche, die stark Wasser ausgesetzt sein könnten, zu schützen.

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Besonders beliebt sind die Kombinationen Holz-Fliese, Beton-Holz und Holz-Stein. Erlaubt ist, was gefällt.  ABER super wichtig ist, dass der Übergang tippi toppi ist. Das heißt, dass die beiden miteinander zu kombinierenden Materialien bitteschön die gleiche Aufbauhöhe haben sollten, damit keine unschöne und eventuell gefährliche Stolperfalle entsteht.

Auch sollten die Kanten sauber abgeglichen werden. Dieser gradlinige Kantenverlauf zwischen Holzboden und Betonfläche stellt keine besondere Herausforderung dar, sieht aber sehr schön aus.

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Quelle: Wavearchitecture

Hexaeder

Aber möchte man Hexaeder-Fleisen mit rechteckigen Holzbrettern vereinen, dann sieht die Sache schon anders aus. Ein besonders unschönes Beispiel habe ich kürzlich in einem neuen Restaurant in Düsseldorf gesehen. Von weitem habe ich mich noch gefreut, aber als ich dann auf Knien über den Boden rutschte, um den Boden mit meinen Händen zu inspizieren, da habe ich mich doch erschrocken. Die schluderigen Kanten wurden dilettantisch mit Acryl zu gepappt und waren doch zentimeterbreit auseinander.

Auf nachfolgenden Fotos seht Ihr, wie man das weitestgehend richtig macht:

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Fischgrätmuster

Dieses clevere Design mischt Keramikfliesen und Holzparkett in einem Fischgrätmuster. Die exakt gleichen Größen mussten gefunden werden, was sich als unmöglich herausstellte. Also startete Innenarchitektin Stephanie Kalb mit den Keramikfliesen (Ceramica Vogue) und schnitt das Holzpaneel auf das exakte Maß zu. Die Farbe des Fugenmaterials stellte sie mit einer Mischung aus Kleber und Holzstaub nach, denn Fugenmasse kann nicht in Kombination mit Holz verwendet werden. Kalb schlägt vor, den Übergang von einem zum anderen Material auf maximal zwei Meter zu begrenzen und das Design vorher am Computer zu planen.

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Quelle: Stephanie Kalb

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Mit einer Messing Profilkante bekommt der Boden direkt eine ganz andere Wertigkeit.

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Freestyle

Dieser Terrazzoboden, verlegt in einer Wohnung in Hong Kong, ist eine Maßanfertigung. Er markiert Laufwege innerhalb der Wohnung und trennt die offene Küche vom Wohnzimmer.

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Quelle: Affect-t Architects, Luke Hayes

Man könnte es Upcycling nennen. Die englische Architektur- und Designfirma Retrouvious kombinierte hier alte Mahagoni Bodenbretter mit alten Fliesen.

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Quelle: Retrouvious

Hersteller

41ZERO42

Die Firma 41Zero42 aus Italien verfügt über mehrere Produktlinien, mit denen man spielend den Materialmix „vortäuschen“ kann. Fliesen aus der gleichen Serie garantieren eine 100% Passform. Man muss sich nur entscheiden können.

Bei der Fliese „Mate“ geht es um den Kontrast, der sich durch Marmor und Stein darstellen lässt: elegant/gewöhnlich, reich/arm, etc. Verfügbar in sechs unterschiedlichen Größen und Formen und Optiken.

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Die Fliesenserie U-Colour verfügt über mehr als 60 Farben und mehrere Holzimitate. Die Größe ist immer gleich: 7,5x30cm.

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TABARKA STUDIO

Diese Böden sind schon fast ein Kunstwerk. Die Serie Petite Alliance von Tabarka Studio offeriert zehn, filigrane Mosaike aus Holz und Marmor, die sich noch durch entsprechende Materialwahl variieren lassen. Etwas überrascht hat mich, dass Tabarka Studio aus Arizona, USA, stammt.

MCKAY FLOORING / MYLANDS

McKay Flooring aus England bietet den Service an, deren Parkettböden schon gefärbt zu liefern. Da Verlegemuster und Farbauswahl schier unendlich ist, bietet McKay auch einen Design Service für die Unentschlossenen an. Dieses Beispiel, entstanden für einen Produktion der House&Garden, zeigt McKay Parkettboden, der mit den Farben der englischen Marke Mylands gestrichen wurde.

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Farben: „Mews Blue“,“Beaufort Gardens“, „Bridge Blue“,“Eaton Square“, „Mayfair Dark“ und „Sinner; von Mylands. Styling: Gabby Deeming, Foto Ali Allen.

Ich kann es verstehen, dass der Aufwand, sich farbigen Parkettboden aus England kommen zu lassen etwas hoch sein könnte. Aber vielleicht seid Ihr ja jetzt inspiriert, Euren alten Parkettboden mit etwas Farbe wieder aufzufrischen. Davon möchte ich dann übrigens Fotos sehen.

Weitere Inspirationen für Bodenbeläge findet Ihr auch auf meinem Pinterest Board.

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