Das Büro Make-over. Endlich wieder schön arbeiten.

3. Februar 2016

Jetzt, wo ich so viel Zeit in meinem, kleinen Würfel-Büro verbringe, musste eine Veränderung her. Das hatte sowohl zwingende, praktische Gründe, als auch – ich gebe es zu – rein ästhetische. Bei 3×3 Metern Raumgröße eine Herausforderung. Dabei fehlt ihm auch noch eine Wand, um sich offiziell Raum nennen zu dürfen. Wie es geht, wie es jetzt aussieht und warum überhaupt  ….

Die Vorgeschichte:

Mein Büro schien sich gegen mich verschworen zu haben: von oben rieselte mir Kalkfarbe auf den Kopf, das neue Dach war undicht und erzeugte einen unschönen Wasserfleck in einer Ecke, und dann waren da noch die Bienen. Vielleicht auch „sind da noch“. Ich weiß es noch nicht. Das Bienenvolk, nennen wir es „Bienedrama“, bewohnt schon etwas länger unser Haus. Und immer wenn die Temperaturen über 20 Grad steigen, suchen sich einige Bienen ihren Weg in mein Büro. Es scheint als führen alle Wege in mein Büro: durch die Balkendecke, den Fensterrahmen, die Fußleisten und selbstverständlich jeden Schlitz, den mein alter Holzboden zu bieten hat. Da ich eine Bienenfreundin bin, bekämpfe ich seit Jahren NICHT die Ursache, sondern schmiere jede Öffnung meines Büros mit Acryl zu. Ohne Erfolg.

„Bienedrama“ war für sich genommen schon ein Grund für eine gründliche Renovierung. Aber zusätzlich brauchte ich dringend eine vernünftige Lichtquelle, denn die kleine Lampe über meinem Schreibtisch habe ich nur unter rein ästhetischen Aspekten gewählt. Ein Fehler! Ich schätze, ich habe dadurch schon wichtige Sehleistung meiner Augen für immer zerstört. Und dann wünschte ich mir eine gigantischen Magnetwand, wo ich endlich alle Pläne, Zeichnungen und Moodboards für mein Studium platzieren konnte.

Als großer Fan von „vorher/nachher“ Geschichten, hier das Büro vor der Renovierung:

Alle meine Notizen habe ich bisher auf fünf IKEA Magnetwände gepinnt, was mir total auf die Nerven ging.  Das gigantische Bücherregal wurde eigentlich für eine Berliner Altbauwohnung mit einer Deckenhöhe von fast vier Metern gebaut. Nach unserem Umzug ins Ruhrgebiet haben wir es in diverse Einzelteile zerlegt, wovon eins in meinem Büro stand.

Der Plan:

Behalten:

  • Bücherregal
  • Schreibtisch
  • Sideboard

Verändern:

  • Wandfarbe
  • Deckenspots
  • Wandregal
  • Anderen Platz für den Drucker
  • Magnetwand

 

Inspiration

So ähnlich sollte es werden. Falls Ihr auch über graue Wände im Büro nachdenkt, dann findet Ihr weitere Inspirationen  auf meinem Office/Büro Pinterest Board:

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Foto: Sarah Sherman Samuel

Die Farbe:

Die neue Wandfarbe hat die größte Veränderung erzeugt. Der Raum sollte endlich als ein solcher auch wahrgenommen werden und sich farblich stark vom Flur abgrenzen. Zudem wollte ich als Hintergrund für meine oft bunten Unterlagen eine möglichst neutrale Farbe wählen, und das ist nicht Weiß oder Schwarz, wie viele denken, sondern Grau. So dunkel wie oben habe ich das Büro dann doch nicht gestrichen, obwohl ich bei der Farbwahl schon dachte, ich sei mutig. Ich habe extra noch den dunkleren Ton gewählt. Aber das Ergebnis war dann doch sehr viel heller als erwartet. Stört aber überhaupt nicht. Die Farben meiner Wahl sind zwei aufeinander abgestimmt Grautöne von Farrow&Ball: Dimpse (links) und Plummett. Der dunklere Ton ist das neutralste Grau in der Farbpalette und Dimpse ist ein kühles Hellgrau. Beide Töne habe ich sowohl als Holz-, als auch als Wandfarbe verwendet und im „L“ gestrichen: Plummett für zwei aneinander grenzende Wände und Dimpse dann für die übrige Wand hinter dem Bücherregal und die Decke.

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Das Ergebnis

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Der Drucker steht jetzt auf einem Rollwagen. Eine tolle Erfindung.

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Die komplette Wand bekam circa fünf Anstriche mit Magnetfarbe und zwei mit Wandfarbe. Unbedingt vom Profi machen lassen, denn die Magnetfarbe ich tückisch. Ich bin überrascht, wie eben die Oberfläche ist und wie gut meine handelsüblichen Magnete an der Wand halten.

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Wie man am Schattenwurf erkennen kann, habe ich jetzt endlich gute Spots gefunden, die auch noch total gut aussehen.  Aber meine kleine Hängeleuchte durfte „fürs Auge“ auch bleiben.

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Das Bücherregal steht jetzt eingepasst auf der anderen Seite des Raumes. Mann kann nicht davon sprechen, dass es dort optisch „verschwindet“, aber der Raum wirkt trotzdem größer und der Schreibtisch steht mittig vor dem Fenster. Schon aufgefallen, dass der Fensterrahmen auch in der Wandfarbe gestrichen wurde? Hat mir jeder von abgeraten. Ich finde es gut. Bei kleinen Räumen führt es dazu, dass sich das Fenster zurücknimmt und der Raum so ruhiger und auch größer wirkt.

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Mein Inspirationsguru: Iris Apfel. Die Dokumentation über sie kann ich Euch nur ans Herz legen.

Büro-6Ein versteckter Hinweis auf Zukünftiges auf dem Blog.

FÜNF TIPPS FÜRS HOME OFFICE:

  1. Wenn möglich den Schreibtisch vor das Fenster stellen. Natürliches Licht ist gut für den Kopf, die Augen und die Seele.
  2. Achtet auf eine hervorragende Lichtquelle. Nichts ist frustrierender als im Dunkeln zu sitzen.
  3. Stauraum. Gerümpel ist auch im Büro doof. Sideboards mit Türen lassen alles Unschöne verschwinden.
  4. Dekoration. Wer lange am Schreibtisch sitzt, der braucht eine optische Abwechslung und Dinge, die beim Anblick sofort glücklich machen. Das können Fotos sein, oder schöne Bilder, Motivationssprüche. You name it.
  5. Ablagefläche um den Schreibtisch herum einrichten. Sonst stapelt sich alles innerhalb von Sekunden auf dem Schreibtisch und man kann nicht mehr arbeiten.

Die Stunden im neuen Büro fliegen nur so vorbei. Könnte am neuen Ambiente liegen, oder an der vielen Arbeit. Ich hoffe nur sehr, dass jetzt, nachdem der Maler auch die letzten Lücken mit Acryl und kleinen Gummischläuchen verfüllt hat, „Bienedrama“ bald endlich den Weg nach Draußen findet.

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