Camper 101 – die ultimative Packliste für die Reise mit dem Wohnmobil

29. Juni 2015

Ups! Das war wohl nix. Glatt den Flieger nach Seattle verpasst. Der Anschlussflug von Amsterdam konnte leider nicht auf den verspäteten Flieger aus Düsseldorf warten. Arghh. KLM hat uns dann eine Nacht im Van der Falk Hotel an der Autobahnraststätte in Amsterdam geschenkt. Dabei hatten wir alles so schön geplant. Der Flug ging nachmittags, so dass wir a) nicht so früh aufstehen mussten, und b) die Kinder schön entspannt im Flugzeug hätten schlafen können. Hätte, hätte usw. Aber das Karma schlägt zurück und so ging unser Ersatzflug am nächsten Tag um 7 Uhr morgens …

Waldfrieden State Rocky Mountains Tour

Allein ein Tag in Seattle macht schon glücklich. Diese Stadt am Meer mit Blick auf Mount Rainier geht zwar meistens im Regen unter – aber momentan sind es über 30 Grad. Anstatt am Strand verbrachten wir den Tag jedoch in klimatisierten Einkaufstempeln, um unser Equipment für das Wohnmobil zu organisieren. Das muss man wissen: wenn man einen RV mietet, bekommt man nur eine Minimalausstattung, also eigentlich bekommt man nur das Auto, den Rest muss man sich vom Vermieter dazu mieten und das Meiste davon möchte man auch nicht so wirklich benutzen.

Falls Ihr eine Reise mit einem Miet-Wohnmobil plant, dann bekommt Ihr hier von mir das Kleine Wohnmobil-101.

Jenachdem wie lang ihr das Wohnmobil mieten möchtet, lohnt sich die ein oder andere Anschaffung auf jeden Fall. Bei unserer letzten, mehrmonatigen Tour mit dem Camper haben wir es uns richtig gemütlich gemacht und sogar einen kleinen Teppich gekauft. Alle Dinge, die wir nicht im Koffer oder im Paket nach Deutschland schicken wollten, haben wir am Ende der Reise an Campingplatznachbarn verschenkt oder dem Roten Kreuz gespendet.

Folgende Anschaffungen erleichtern den Trip mit dem Wohnmobil:

  • Mit Kindern unterwegs? Kindersitze nicht vergessen. Oder günstig bei Target erstehen, so haben wir es gemacht.
  • Handtücher und Geschirrtücher
  • Küchenrolle
  • RV-taugliches Toilettenpapier
  • Einen Karton „Einmalhandschuhe“ – wer je ein Wohnmobilabwassertank entleert hat ohne Einmalhandschuhe zu haben, wird das nie wieder vergessen.
  • Bettbezüge und Spannbettlaken
  • Plastikbecher und Plastikschalen. Man bekommt nur ein Set von einem Teller, Tasse und Becher pro Person.
  • Weingläser (wenn einem danach ist).
  • Abtropfkorb für Geschirr
  • Warme Decken. Denn nachts wird es je nach Region und Jahreszeit empfindlich kalt und man möchte nicht wirklich nachts die Heizung anschmeissen. Besonders wenn man mit Kindern reist. Pendeltondecken sind die Besten!
  • Ordentliches Küchenmesser und Schneidebrett
  • Feuerzeug, Kerzen
  • Thermoskanne
  • Plastiktischdecken und Sets.
  • Taschenlampe
  • Insektenschutz
  • Kleine Körbe um Dinge zu verstauen, die während der Fahrt nicht durch den Camper fliegen sollen
  • Kinderspielzeug, nicht jeder Campingplatz verfügt über einen Spielplatz.
  • „America the Beautiful“ Pass für 80$ kaufen. Lohnt sich, wenn man mehrfach Eintritt in Nationalparks und staatlich betriebene Parks etc. plant. Bekommt man hier.
  • Campingführer von Moon aufgeteilt nach Staaten. Dort sind alle Campingplätze der Region aufgelistet und bewertet. Sehr praktisch, wenn die Route noch nicht ganz feststeht.
  • Feuerholz (Firewood + Kindling (Anmachholz)
  • Eine hohe Anzahl an „Quarters“ (25 ct. Münzen), wenn man nicht die Wohnmobil-Puppenhausdusche nutzen will – wie mein Mann.)
  • Falls man mobil erreichbar sein möchte und/oder das Internet nutzen möchte, der sollte sich bei Verizon ein Prepaid Handy und ein Hotspot mit Guthaben (10GB) holen. Verizon Stores gibt es an jeder Ecke.

Und genau das haben wir am ersten Tag in Seattle im Eiltempo besorgt. Ich bin noch vor den Kindern bewusstlos im Hotel zusammengebrochen, um dann ab drei Uhr morgens schlaflos in Seattle (Ha!) im Bett neben meiner Familie zu liegen.

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Da wir ja ins „Bear Country“ fahren, darf die Bärenabwehr nicht fehlen. Nachdem ich alle Videos über Bären und Pumaangriffe auf den Websites der Nationalparks gesehen habe, wollte ich mich nicht allein auf die dort vermittelten Tipps der Park Ranger verlassen. Man soll immer klatschend durch den Park laufen und „Hey Bear“ rufen. Wie blöd ist das denn! Und wenn man auf einen Bär trifft, dann soll man ruhig bleiben und ganz  langsam rückwärts laufen und auf GAR KEINEN FALL WEGRENNEN. Nee, funktioniert bestimmt.

Aber es gibt leider nicht nur Bären, sondern auch Berglöwen, Klapperschlangen und das blöde Poison Oak (die schlimme Variante von Brennesseln). Hier ist mein First-Aid Kit aus dem Fachhandel (hoffentlich muss ich es nie benutzen):

Waldfriedenstate - First Aid Kit

Momentan robben wir uns im Schneckentempo Richtung Glacier National Park. Es sind wahnsinnige 40 Grad im Landesinneren und wir zerfließen nur so. Da hilft nur ein Campingplatz am See. Ein State Park (staatliche Campingplätze mit minimalem Komfort, dafür günstig und in fantastischer Lage) am Lake Roosevelt war unsere letzte Zuflucht. Dieser fantastische Sonnenuntergang entschädigt für die Hitze.

Waldfrieden State Lake Roosevelt

Weiter geht’s!

 

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2 Comments

  • Reply Judith 30. Juni 2015 at 15:20

    Wie immer toll zu lesen :-).
    Wodurch zeichnet sich „RV-taugliches Klopapier“ aus (will ich das wirklich wissen?)? Und was macht man mit den Bärenklingeln? Anklingeln, dann rennen sie weg, weil sie schlechte Erfahrungen mit rücksichtslosen Radlern gemacht haben?

  • Reply Waldfrieden1910 30. Juni 2015 at 17:33

    Du wirst RV-taugliches Klopapier lieben, wenn Du die Erfahrung gemacht hast, dass normales Klopapier das ganze System im Camper verstopft und dann … ich erspare Dir Details.
    Mit den Bärenschellen kann man auch Clown spielen, oder hoffen, dass der Bär Dich hört und denkt „Scheiss Menschen, ich hau ab!“.

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