Going to the Sun. Going to Glacier National Park.

7. Juli 2015

Ha! Jetzt sind wir mittendrin – im Bärenland! Der erste Bär ist mir tatsächlich auch schon über den Weg gelaufen – in genügend Abstand – zum Glück. Das Bärenspray immer am Mann haben wir die letzten vier Tage den Glacier National Park erkundet – das größte zusammenhängende Ökosystem der Erde verteilt auf Kanada und die USA. Mit VIELEN Bären, Wölfen und Pumas. Und das reicht, finde ich …

Wer den Glacier mit dem Auto erkunden möchte, der kann quer durch den Park die 84km lange „Going-to-the-Sun Road“ entlangfahren. Ist das nicht ein fantastischer Name? Woher er kommt, kann niemand genau nachvollziehen. Die Übersetzung basiert wohl auf einer Bezeichnung der dort beheimateten Blackfeet Indians für die Strecke über den Pass. Man kann sich nicht genau auf einen Ursprung einigen, aber „Going-to-the-Sun“ beschreibt perfekt das Gefühl, das einen überkommt, wenn man diesen Weg begeht. O-Ton eines Park Rangers, leider nicht von mir, denn unser Wohnmobil ist zu lang, um die komplette „Going-to-the-Sun Road“ zu befahren.

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Unser Campingplatz am Glacier National Park. Einen besseren Ausblick gibt es nicht.

Wir konnten zwar sowohl von der Westseite wie auch der Ostseite viele Meilen die Strasse entlangfahren, aber der 2.023 Meter hohe Logan Pass, die kontinentale Wasserscheide zwischen Pazifik und Atlantik, blieb uns leider verwehrt. Die Tour hätten wir dann mit Parkshuttlebussen machen können – haben aber aufgrund der Kinder auf die mehrstündige Tour verzichtet. Das „light“ Programm beinhaltete dafür eine Bootsfahrt über den St. Mary Lake und kleinere Wanderungen, die wir noch verkürzen mussten – nicht wegen der Kindern, sondern wegen mir: meine Angst vor Bären war einfach zu groß! Längere Wanderungen heben wir uns auf für die Zeit, „wenn die Kinder aus dem Haus sind“, und ich ein wenig mutiger bin. 

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Glacier National Park hat seinen Namen nicht etwa von den Gletschern, die noch im Park vorhanden sind – das sind nur noch wenige – sondern, weil Gletscherverschiebungen diese fantastische Landschaft erschaffen haben.

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Many Glacier Lodge

Auch unseren Aufenthalt am Lid Creek Campground, der circa 10 Meilen tief im Wald direkt an einem See gelegen ist, mussten wir frühzeitig abbrechen, da ich einfach zu viel Schiss hatte. Der Camphost Bob – sowas wie der Herbergsvater der Campergemeinde – erzählte mir dann noch, dass erst letzte Woche ein Bär den Campingplatz besucht hätte. Das und die stete Warnung vor Waldbränden haben mir den Rest gegeben. Jetzt schlafen wir eine Nacht auf einem totalen Spießercampingplatz – dafür mit Pool und Spielplatz. Das wiederum bedeutet 10 Minuten Freizeit für die Eltern.

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Unser Ranger Fran. Sie ist extra aus Liebe zum Glacier National Park nach Montana gezogen.  Nach 20(!) Jahren freiwilliger Arbeit im Park wurde sie in diesem Jahr zum Ranger ernannt. Glückwunsch, Fran!

Im Glacier befinden sich mehrere Lodges, die zur Freude der Nordamerikaner alle nach dem Vorbild alpiner Hütten erbaut sind. Die Angestellten müssen teilweise Lederhosen tragen und das Ambiente ist rustikal touristisch. Dafür besitzen alle Lodges fantastische Ausblicke in bester Lage. Die  Parklodges sind nur von Mai bis Oktober geöffnet. Sobald die Reservierungen Anfang des Jahres entgegengenommen werden, sind alle Zimmer auch schon weg. Die Many Glacier Lodge auf der Ostseite ist die größte Blockhauskonstruktion der Welt. Davon und auch von der McDonald Lodge auf der Westseite habe ich ein paar Fotos gemacht.

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Glasklares Gletscherwasser wo man hinschaut. Da wir momentan nur an Bergseeen und Flüssen campen, bevorzugen wir diese auch zum Duschen. Dieses Wasser ist einfach nur atemberaubend schön. Und kalt.

Wir sind total begeistert. Glacier National Park ist toll. Auch wenn wir ihn nur „angekratzt“ haben. Nächstes Ziel: Die Ranch.

Weiter geht’s!

 

 

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