Künstler Profil: Hula und die verlassenen Mädchen

16. September 2015

Ein Hawaiianer kann alles auf dem Surfbrett. Surfen (klar!), essen, trinken, schlafen, knick knack, und die nächste Evolutionsstufe wäre dann malen. So wie Sean Yoro – Künstlername Hula. Geboren auf O’ahu, lebt der Künstler jetzt in New York City und selbst dort – in dem kalten, dreckigen Gewässern rund um die Stadt – surft Hula und malt dabei. Und zwar fantastische, großformatige, hyperrealistische Gemälde auf Kaimauern.

Der letzte Blick? Oder der Erste? Beides kann man sich vorstellen. Die wunderschönen Frauen, die Hula auf die verlassenen, dreckigen Kaimauern malt, schauen nur knapp über der Wasseroberfläche hervor. Manchmal sehen sie so aus, als würden sie schwimmen, oder ein Bad nehmen, oder untergehen. Er kreiert „mysteriöse, surreale Kombinationen“, so Sean Yoro. Er wählt genau diese verlassenen Orte für seine Gemälde, weil sie ihn an verlassene Geisterstädte erinnern, denen man wieder dringend Leben einhauchen sollte. Die Frauen scheinen dort verloren zu sein, „almost out of place“. Aber darum geht es ihm ja. Um den Kontrast aus Schönheit und Verlassenem.

„Creating Beauty in The Abandoned“

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HINA (Freundin)

Jedes Wandgemälde trägt einen Hawaiianischen Namen. Sofern Sean Yoro die Übersetzung nicht selbst gegeben hat, habe ich versucht eine Übersetzung zu finden. Hört sich für mich ganz logisch an.

Zu dem schwimmenden Mädchen schreibt Hula auf sein Instagram Profil:

‚“Pu’uwai“ (Heart) 1st set of the new murals. This piece was inspired by the silence beneath the surface of the water, when all you can hear is your heartbeat as everything else fades away. Its one of the many places I call home.‘

Einen Tag benötigt Hula, um ein Wandgemälde fertig zu stellen. Dabei balanciert er sich, Farbe und Pinsel ständig auf seinem Surfbrett, das er mit einem Anker und Seilen fixiert. Die Orte hält er oft geheim, denn nicht immer hat er eine Erlaubnis für seine Kunst.

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MALIHINI („Neuankömmling auf Hawaii“)

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KU’ULEI (Sehr cooles & schönes Mädchen)

Jede Frau erhält Markierungen auf dem Körper: am Hals, im Gesicht oder auf dem Arm. Sie erinnern an traditionelle Hawaiianische Tribals und sind laut Hula eine Referenz an die einzigartigen Narben, die wir im Laufe eines Lebens mit uns tragen. Während die Narben bleiben, verblassen die Ölgemälde im Laufe der Zeit. Er könnte auch Acrylfarben verwenden und damit seinen Gemälden ein längeres Leben auf der Wand schenken. Aber das will nicht.

„I love the aging process and what nature does to the paintings. It feels natural to create these paintings and let them go.“

HO’I MAI  (Komm zurück)

Wunderschön und dramatisch. Kommt die Flut, versinkt die Frau darin. Dieses Gemälde muss man sich live anschauen so lange es noch da ist. Einige andere Werke kann man auch als Print erwerben, oder Originale auf Leinwand und – Überraschung! –  auch auf Surfbrettern. Die Drucke fangen bei ca. $120 an, die Ölgemälde liegen nur ein bisschen darüber und fangen bei $1,600 an.

Website und Webshop von Hula.

the_hula auf Instagram lohnt sich sehr. Dort zeigt Sean Yoro auch Entstehungsvideos seiner Werke.

All Images by Sean Yoro (aka) Hula.

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