Waldfrieden State goes Rocky Mountains

18. Juni 2015

Wie war das noch mal im letzten Jahr? Ich: „Nie wieder fahre ich mit einem Camper!“

Und jetzt packe ich gerade unsere Koffer für eine Abenteuertour – mit RV. So konsequent bin ich. Man verklärt halt die negativen Dinge. So ähnlichen wie mit den durchweinten Babynächten. Die sind in der Rückschau auch nicht mehr so schlimm.

Am Montag startet unsere zweite Abenteuertour. Diesmal fahren wir sechs Wochen mit einem Camper durch die Rocky Mountains. Es geht los in Seattle (alles noch harmlos), dann übernehmen wir das RV und fahren Richtung Nordosten an die kanadische Grenze in den Glacier National Park. Die Route führt uns dann in den Süden in die Salmon River Mountains und gen Osten in den Yellowstone National Park. Ab da geht es wieder zurück nach Seattle. Da wir aber das Ende der Tour noch nicht so richtig geplant haben, sind wir (vor allem ich) TOTAL FLEXIBEL und ENTSPANNT. Mein Mann war Pfadfinder. Der ist eh‘ immer total flexibel und entspannt. Er kann überall aus Staub ein Feuer zaubern und mit einem Taschenmesser eine Hütte bauen.

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Ich werde fleißig von unseren großen und kleinen Abenteuern berichten. Ich hoffe auf viele interessante Begegnungen und einen Haufen neuer Ideen und Inspirationen, über die ich schreiben kann. Natürlich ist die Reise vor allem Urlaub, wobei man mit zwei Kindern im Kindergartenalter nicht unbedingt von Urlaub (im Sinne von Entspannen) sprechen kann. Eigentlich haben wir uns daher auch nicht so viel vorgenommen. Aber es wäre wunderbar, wenn Folgendes passieren würde:

  1. Wir gehen reiten
  2. Wir besuchen einen Pow wow
  3. Wir treffen auf Büffel (in genügend Abstand)

Und das wäre extrem doof:

  1. Wir treffen einen Bären. (in zu geringem Abstand)
  2. Ein Mountain Lion findet uns total interessant.
  3. Wir übersehen eine Klapperschlange

Ihr seht schon. Alles ganz easy in meiner Vorstellung.

Eigentlich weiß ich ja bereits wie es läuft. Im letzen Jahr sind wir für 6 Monate durch Nord Amerika getourt. Unsere Stationen waren damals: Kalifornien, Hawaii, Oregon, Washington, British Columbia, New Hampshire, Maine, Vermont (my love!), Massachusetts und Connecticut. Die meiste Zeit sind wir mit einem RV durch die Gegend gefahren und das fand ich am Anfang total schwer. Ich brauchte mindestens alle 6 Nächte mal ein ordentliches Bett und eine angemessene Dusche. Außerdem stinkt man nur nach Lagerfeuer. Jedes mal, wenn wir auf einem Campingplatz geparkt haben, holte mein damals 1,5 jähriger Sohn bereits das Feuerholz aus dem Camper und rief „Feuer, Feuer“!. Mein Mann war natürlich mächtig stolz auf ihn.

Waldfriedenstate auf Tour

So bescheuert sah unser Camper 2014 aus. Damit jeder auf 10 Meilen Entfernung auch sofort erkennt: Achtung, hier kommen die Touristen! Besonders schön: der Hund im Fenster.

Und zum Schluss hatten wir auch Heimweh: nach Familie, Freunden, unserem Hund Fogo und Waldfrieden. An wertvollen Erkenntnisse  haben wir Folgendes von der Reise für uns mitgenommen:

Wir sind noch zusammen und haben uns nicht auf halber Strecke von der Klippe gestoßen.

Die USA sind wunderschön. Die Landschaften, die Weite, die Natur – all das werden wir vermissen.

Man kann 4 Monate im Camper überleben.

Home is where the heart is.

Thank God for the iPad.

Falls iPad versagt, hilft der gute alte Spielplatz wahre Wunder.

Alles ist unverschämt teuer hier.

Neuengland muss man unbedingt mal im Herbst sehen.

Für Vermont schlägt unser Herz.

Westküste ist wie Berlin, Ostküste wie München.

Es ist kein Problem 10 Gigabyte Internet-Traffic in 5 Tagen wegzuballern, wenn die Serie nur gut genug ist.

Amerika hat 14 Gerichte. 12 davon werden in der Fritteuse zubereitet.

Auch öffentliche Waschsalons lassen Wäsche in den Maschinen verschwinden.

Viele Amerikaner halten Frankfurt am Main für die Hauptstadt von Deutschland.

Mal schauen, welche Erkenntnisse diesmal auf uns warten. „Walden“ von Thoreau ist schon mal im Gepäck. Drückt uns die Daumen! Meine Beichtfreudigkeit richten sich zum einen nach meinem körperlichen und geistigen Allgemeinzustand während dieser Reise 😉 und nach der Internetverbindung auf den Campingplätzen. Aber ich freue mich, wenn ihr ab und zu mal vorbeischaut.

Alles Liebe,

Eva

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3 Comments

  • Reply Bad-ist-fertig 21. Juni 2015 at 12:52

    Was heißt denn RV??? Dass es sich um den Camper handelt, habe ich verstanden…. Restless Vehicle? Und pow wow??? Ist das ne Art Party? Ich wünsche Euch auf jeden Fall eine tolle Reise (mit lieben Kindern)!

    • Reply Waldfrieden1910 21. Juni 2015 at 15:08

      Vielen Dank für den Hinweis. RV ist die Abkürzung für Recreation Vehicle und bedeutet so viel wie Erholungsfahrzeug – ob das auch so sein wird, ist abzuwarten.
      Ein Powwow ist ein Treffen von Native Americans untereinander zum Tanzen, Singen und zur Pflege der Kultur. Manchmal sind Weisse auch eingeladen. Und darauf hoffe ich.

  • Reply anita 23. Juni 2015 at 18:30

    YES! Ich bin dabei! 😉
    Irgendwann einmal werd ich auch so eine Reise machen… das nehm ich mir ganz fest vor! Ich war mal für 3 Wochen an der Westcoast und fand es wunderbar. So viel gesehen und noch lange nicht alles.
    Ich freu mich auf viele updates von dir und wünsch euch eine ereignisreiche Reise. Super ist vorallem, dass ihr das als Familie durchzieht, das schweißt sicher noch mehr zusammen!
    Gut Pfad (wie man sich unter Pfadfindern begrüßt)

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