Ein Besuch in der „Alten Mühle“ / Teil 01

Bewohner eines Denkmals lieben bekanntlich alte Gemäuer. Es muss nichts perfekt sein, das Alter darf man dem Haus ruhig ansehen, und je mehr Patina desto besser. Und Kunststoff hat dort auch nichts zu suchen. Diese Einstellung teilen wir mit Jörg und Nele aus Berlin, die in ihrer alten Heimat im Wendland eine verfallene Mühle gekauft und das Denkmal mit viel Liebe zum Detail und Herzblut zu neuem Leben erweckt haben. Wir durften dort fünf wunderbare Tage verbringen, und weil wir uns spontan in die Mühle verliebten –  haben wir die Besitzerin Nele zum Interview in ihren eigenen Garten gebeten. Unser nettes Gespräch gibt es in Audioform begleitet von vielen Fotoimpressionen der harmonischen Einrichtung der Mühle. Und weil es so viel zu zeigen und erzählen gibt, folgt hier jetzt erst Mal Teil 1 der Geschichte.

Ich treffe nicht oft Leute, die innenarchitektonisch mit mir voll auf einer Wellenlänge liegen. Mir gefallen schon sehr viele Einrichtungen, aber dennoch würde ich immer hier und da etwas verändern, vielleicht nicht dieses Sofa in die Ecke stellen und überhaupt, diese Tapete hätte ich auch nicht gewählt. Aber als mein Mann und ich die „Alte Mühle“ von Nele und Jörg im Wendland zum ersten Mal betraten, da waren wir baff. Mit offenen Mündern wanderten wir durch die zahlreichen Räume und staunten ob der Harmonie in Farbe und Materialauswahl, die wir sahen. Und sagten immer wieder: „Hier würde ich glatt sofort einziehen und nichts verändern!“ Noch nach drei, vier Tagen, die wir dort mit Freunden verbrachten haben wir immer wieder neue Einrichtungsschmuckstücke oder interessante Ecken gefunden. Ich wollte sofort wissen, wer hinter dieser Meisterleistung steckt und habe die sympathische Besitzerin Nele auf einer Veranstaltung in der Nähe spontan gefragt, ob sie mir nicht von ihrer Reise mit der Mühle erzählen möchte. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Renovierung eines Denkmals immer ein großes Abenteuer und ein langwieriger Prozess ist. Da weiß man nie so genau, was sich unter der Holzdiele oder hinter der Wandpaneele verbirgt.

Kurz vor unserer Abreise habe ich mich dann mit Nele zum Interview in ihrem schönen Garten verabredet. Eigentlich wollte ich das Interview in Schriftform veröffentlichen, so war der Plan. Aber dann habe ich mir die Aufnahme angehört und fand es viel schöner, unserem Gespräch live zu lauschen. Da ich bisher noch kein Audiotape veröffentlicht habe, mögt ihr mir das Geklapper der Kaffeetasse, mein ständiges Dazwischengequatsche sowie die vielen „Mama“-Rufe aus der Ferne und das Rauschen des Windes verzeihen. Aber so ist das halt im wahren Leben und mit insgesamt fünf Kindern, die um einen herumspringen, während man versucht, Erwachsenengespräche zu führen. Schaut Euch die schönen Fotos beim Hören an und genießt das interessante Interview mit der zauberhaften Nele:



Interview mit Nele – Teil 01:

Nele, wie habt Ihr die Mühle gefunden?

 



Hinter dem Haus ist ein kleiner See, der den kleinen Bach speist, der am Haus entlang fliest. Hier haben unsere Kinder tagelang Staudämme gebaut und Kaulquappen gefangen, die dann die Katze über Nacht aus dem Auffangbecken geklaut hat. Abends dreht auch manchmal ein Bieber seine Runden im Teich. Idylle pur.

 

 

DIE KÜCHE

Die Küche wurde von einem kleinen Raum mit vielen Türen in eine offene Wohnküche mit Podest verwandelt. Der Abgang zum Keller wurde erweitert und neu gestrichen. Überall finden sich alte Töpfe und Schalen, aber auch viel Kunst an den Wänden. Hier ist es besonders offensichtlich: in diesem Haus gibt es kein Plastik. Lebensmittel werden simpel in Glas- oder Keramikgefäße umgefüllt und ein bisschen hat man hier das Gefühl, die Zeit steht still.

 

Der Kelimteppich aus Marokko liegt neben der altmodischen Blümchentapete und in Verbindung mit der modernen Kunst könnte man denken: passt nicht. Passt doch!

 

 

 

DAS WOHNZIMMER

Auch das Wohnzimmer wurde erweitert und ist nun ein großzügiger Wohn- und Essraum. Kaum vorstellbar, dass hier mal die kompletten Wände mit Wandschränken zugestellt waren. Es ist jetzt ein heller und freundlicher Raum, der sowohl im Winter wie im Sommer einladend ist. Einziger Streitpunkt: wer darf zuerst in die Hängematte:

 

Nele hängt wie ich Glaskristalle ins Fenster, die dann bei Sonneneinstrahlung wunderschöne kleine Regenbögen auf Wände und Boden werfen. Mein Kinder lieben es. Und wie findet Ihr denn die wunderschönen Blumensträuße, die Nele für uns überall im Haus platziert hat? So eine schöne Geste.

 

Heizkörper sucht man in der Mühle übrigens vergeblich. Geheizt wird mit den Öfen. Das dauert natürlich bis der Raum sich erwärmt hat. Nele’s Trick: morgens schnell den Ofen anfeuert und bis der Raum warm ist wieder zurück ins Bett kriechen. Würde ich auch so machen.

 

 

FLUR UND KINDERZIMMER

An der Wand im Flur sieht man die ursprüngliche Wandgestaltung, die Nele jetzt richtig in Szene gesetzt hat. Sie wirkt jetzt wie ein Wandbild.  Warum sie das gemacht hat, erzählt sie im zweiten Teil des Interviews. Ich habe mich arg verguckt in diese fantastische Kommode in Buttergelb. Sie passt perfekt in den Flur, als hätte sie nie woanders gestanden.

 

Im gemütlichen Kinderzimmer findet sich auch kaum Plastikspielzeug. Der ein oder andere Spielzeug-Flohmarktfund weckt alte Kindheitserinnerungen. Außerdem finde ich, dass jedes Kinderzimmer eine Schaukel braucht.

 

DER GARTEN

Der Garten hinter der Mühle ist ein absolutes Paradies. Zum Glück haben Nele und Jörg noch diese große Wiese erworben, sonst wäre es wahrscheinlich nichts geworden mit dem Kauf der Mühle. Dort draußen unter Lichterketten haben wir gemütliche Abende erlebt: zur einen Seite ein rauschendes Getreidefeld, zur anderen Seite der kleine See. Der andere Teil der Mühle ist noch nicht renoviert, aber wir durften mal einen Blick in die großen Räumlichkeiten werfen. Man kann es erahnen, dass es noch sehr viel Potential für die Neugestaltung gibt und Nele und Jörg werden mit Sicherheit auch diesen Teil in wunderschöne Räume umwandeln.

 

Selbst Abstellkammern und Räume für Gartengeräte werden von Nele und Jörg liebevoll gestaltet. Dort kann man stundenland durch die Regale stöbern und sich an den Dingen erfreuten, die einzeln für sich genommen manchmal nicht so spannend sind, aber als Ensemble ergibt alles einen Sinn. Die Beiden müssen auf jeden Fall mal einen Flohmarkt Ratgeber veröffentlichen.

 

 

Falls Ihr auch sehr gerne die „Alte Mühle“ im Wendland für einige Zeit bewohnen möchtet, dann könnt ihr das Haus über Airbnb mieten:

ALTE MÜHLE

 

Im 2. Teil des Interviews erzählt Nele über ihre Wahl bei der Innengestaltung der Mühle.

 

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