Waldfrieden in der Nido

Wir sind super happy! Waldfrieden ist in der aktuellen Ausgabe des Nido Magazins vertreten. Für die schönen Fotos, eilt schnell zum Kiosk. Für die Geschichte hinter der Home Story, bleibt hier auf dem Blog.

„Immer mit der Ruhe“

Ich will nur die Briefe zur Post bringen und werfe noch einen schnellen Blick ins Zeitschriftenregal. Da liegt sie: die aktuelle Ausgabe der Nido, in der Waldfrieden mit einer Homestory vorgestellt wird. Voller Vorfreude blättere ich die Geschichte auf und breche noch in der Poststelle in schallendes Gelächter aus, denn da steht: „Immer mit der Ruhe“ und darunter unser Familienportrait. Selbstverständlich hatte die Entstehungsgeschichte dieser Fotos so gar nichts mit Ruhe zu tun. Im Gegenteil.

Unser Kinder hatten keine Lust auf Familienportrait. Lieber wollten sie rutschen, schaukeln und Baby Cosmo im Puppenwagen durch den Garten schieben.

 

Als ich gefragt wurde, ob ich mir ein Fotoshooting für die Nido vorstellen könnte, war es Januar 2017 und ich war im neunten Monat schwanger mit meinem dritten Kind. Die Gelassenheit einer bald Dreifach-Mama, gewürzt mit einer Prise Selbstüberschätzung, veranlasste mich dazu, den Fototermin für Juni zuzusagen. Ich weiß nicht wie ich darauf kommen konnte, dass so ein Fotoshooting mit drei Kindern und davon ein Baby zu schaffen sein könnte; anscheinend hatte ich die Anstrengung und Aufregung unserer Fotostrecke in der Schöner Wohnen vor einigen Jahren irgendwie verdrängt. Und so habe ich den ersten Termin für das Shooting sehr bald auch um drei Monate nach hinten verschoben. Aber als dann der zweite Termin im September immer näher rückte und ich wusste, ich kann das jetzt nicht mehr absagen, bekam ich Herzrasen gepaart mit Schweißausbrüche. Mein Mann ist in solchen Situationen immer die „Ruhe“ in Person (da ist sie ja, die Ruhe) und so haben wir das Shooting gemeinsam auch gestemmt, wie so Vieles im Leben.

 

Was macht man vor so einem Fototermin?

Aufräumen! Und Fenster putzen. Beim Thema „Fenster putzen“ werden mein Mann und ich immer für unsere Doofheit bestraft, beim Umbau von Waldfrieden ein Giebelfenster eingebaut zu haben, das sich nicht öffnen lässt. Das geschah nicht mit voller Absicht, eher standen wir irgendwann auf dem neu erschlossenen Dachboden nach dem Umbau und erfreuten uns an dem Anblick der Rotbuche …  – und da kam dieser unromantische aber sehr praktische Gedanke „Wie putze ich eigentlich dieses Fenster von außen?“ Also mieten wir uns immer zu besonderen Anlässen einen Hubwagen, so auch einen Tag vor dem Fotoshooting für die Nido, denn sonst hätte man auf dem Foto leider nicht mehr die Rotbuche erkennen können – vor Dreck. Die „Fenster putzen mit dem Hubwagen Aktion“ wurde eher zum Überlebenstraining, denn es stürmte offiziell und fürchterlich. Wir bauten und sicherten das Gerät, mein Mann stieg in den kleinen Korb und ich war gerade dabei, ihn in luftige 11m Höhe bewaffnet mit Putzeimer und Wischmob zu heben, als er nach 8 Metern wegen akuter Höhenangst im Auge des Sturms und wild schwingendem Hub-Korb die Nerven verlor. Also fuhr er wieder runter und ich stieg in die Gondel. Ich gebe zu: ich hatte noch nie in meinem Leben solche Angst, wie oben in der Gondel. Wenn ein Windstoß die Bäume um mich herum erfasste und es rauschte, als würde gerade ein Hurricane an mir vorbeiziehen. Ich habe mich dann immer unten in der Gondel versteckt und erinnerte mich an meine erzkatholische Erziehung und schickte Gebete nach oben. Doch dann musste ich zeitgleich auch fluchen und mich und meinen Mann arg beschimpfen. Meine Angst kann man sehr gut an dem Putzergebnis auf dem Fenster erkennen, denn überall sind hektische Wischflecken. Das musste dann die Fotografin Anna in der Post-Produktion wieder richten. Habe ich schon erwähnt, dass ich das Fenster umbauen lassen möchte?

Das ist nicht die Realität

Es gibt zwei Ansätze, wie man an so eine Homestory herangehen kann. Entweder zeigt man das wahre Leben, also Chaos, Plastikspielzeug, ein vollgestellter Küchenblock, den ungemähten Rasen sowie ungemachte Betten. Oder man möchte sich im besten Licht präsentieren, räumt auf, macht die Betten und kauft ein paar hübsche Blumen für den Couchtisch. Zu welcher Kategorie man gehören möchte, dass sei jedem selbst überlassen. No judging! Da ich mich nun mal beruflich mit dem Thema Innenarchitektur auseinandersetze und viel Herzblut in die Gestaltung von Waldfrieden gesteckt habe, wollte ich es gerne schön haben. Sicherlich besitzt ihr genug Fantasie und könnt Euch vorstellen, wie es im Waldfrieden an einem ganz gewöhnlichen Montag aussieht.

 

 

Neben der Fenstersituation gab es bei dem Fotoshooting noch zwei weitere Herausforderungen: Baby Cosmo mit seinen damals sieben Monaten unter Kontrolle zu halten und der Babybauch der Fotografin Anna, der in den oft verwinkelten und kleinen Räumen im Waldfrieden hinter dem Stativ im Weg war. Aber Anna ist Profi und hat für das gute Foto alles gegeben. Baby Cosmo hat auch erstaunlich gut mitgemacht und ist während des Shootings sogar das erste Mal aufgestanden. Ich vermute, er wollte gerne an die Rosen auf dem Couchtisch.

 

 

Damit so ein Foto auch was wird, muss man so Einiges bedenken, wie zum Beispiel die Lichtverhältnisse, Reflektionen, welche Dinge in den Fokus gestellt werden und welche Dinge auf jeden Fall nicht auf dem Foto erscheinen sollen. Also arbeitet man sich von Raum zu Raum vor und ist ständig dabei, Dinge von rechts and links zu räumen. Aber es macht auch sehr viel Spaß, besonders wenn es zur Belohnung eine Pizza gibt. Wir fanden das Shooting mit Anna Vatheuer sehr schön (schaut mal auf Ihre Website hier und folgt ihr auf Instagram @annavatheuer), die Fotos sind super geworden und auch die Texte von Gorana Blagojevic von der Nido gefallen uns ebenfalls sehr. Gorana hat unseren Ansatz und Motivation, Waldfrieden zu renovieren, verstanden und wir fühlen uns mit der Geschichte total wohl. Danke, Nido!

 

 

Die Waldfrieden Geschichte ist in der Nido Februar/März 2018 erschienen.

 

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply