The Great Pacific Northwest Road Trip

Ein Road Trip durch den „Great Pacific Northwest“ – den Nordwesten der USA und Kanadas – hält alle Versprechen, die das Abenteurerherz hören möchte: zeig mir hohe Berge, das Meer, glasklare Seen, idyllische Inseln, Wälder ohne Ende, Metropolen und small town life. Viele Monate haben wir insgesamt dort schon verbracht und das auch noch mit kleinen Kindern. Seid Ihr auch auf der Suche nach dem ultimativen Road Trip Abenteuer durch den Pacific Northwest? Dann zeige ich Euch unsere Lieblingsroute und versorge Euch mit vielen Tipps zu Übernachtungen und Unternehmungen. Und als Bonus gibt es unsere Google Map mit allen Highlights.

In meiner Brust schlagen zwei Reiseherzen. Das Eine verlangt nach einem Cocktail am Infinitypool mit anschließender Massage. Aber das andere, das verlangt nach einem Auto, einer spannenden Route, einer guten Playlist und schon kann die Reise losgehen. Mein Mann und ich sind da Wiederholungstäter. Vor vier Jahren sind wir ein halbes Jahr durch fünfzehn Bundesstaaten in den USA und Kanada gefahren, dann folgten mehrere Monate auf Hawaii und in Kalifornien, eine Rocky Mountains Tour, und in diesem Sommer waren mit unseren drei Kindern wieder sechs Wochen im Pacific Northwest unterwegs. Während uns viele für ein bisschen lebensmüde halten mit drei Kindern diese Touren zu machen, sage ich immer: das geht. Es ist anstrengend, aber es funktioniert. Meine ultimativen Road Trip Tipps mit Kindern könnt Ihr übrigens hier nachlesen. Eins vorweg, man sollte schon ein gewisses Maß an Grundentspanntheit mitbringen, sonst wird der Road Trip mit drei Kindern unter acht garantiert zum Höllentrip.

Aber diese Tour ist nicht nur was für Paare mit Kindern, sondern für jede Familienkonstellation, Alter, sexuelle Ausrichtung und Geschlecht geeignet. Sie führt einmal in einem großen Bogen von Seattle über die Cascades, Mount Rainier nach Portland, weiter ans Meer und hoch in den Olympic National Park, auf die San Juan Inseln rüber nach Victoria Island, Kanada, nach Vancouver und dann wieder zurück nach Seattle. Theoretisch könnte man von drei Punkten aus den Road Trip beginnen: Portland, Seattle und Vancouver.

Es ist natürlich ein Traum solch eine Tour in einem Ford Bronco oder alten Jeep zu fahren, aber mit drei Kindern leider undenkbar. Wir sind jetzt Camper. Bis auf eine Tour haben wir uns immer ein Wohnmobil gemietet, das jetzt mit drei Kindern schon eine stattliche Länge hatte. Die Anbieter weichen beim Angebot sowohl preislich, als auch was die Ausstattung betrifft sehr weit auseinander. Ich bin auch schon mal aus einem Camper, in dem wir fast sechs Monate verbringen sollten, vor Schock über die Zustände rausgefallen und habe meinen Frust mit einer Shoppingtour im nächsten Target Mark, in dem ich erst Mal eine ordentliche Ausstattung an Bettwäsche, Handtüchern, Geschirr und Kochutensilien zugelegt habe, besänftigt. Aber in diesem Jahr haben wir mit Meridian RV eine gute Wahl getroffen, denn es gab sogar Federbettdecken (!) und Tonnen an Handtüchern ohne Löcher und Kratzpotential. Wenn man so einen Camper mietet, überschreibt man praktisch seine Seele, so viele Regeln, Vorschriften und Versicherungen gibt es. Mein Tipp: der ADAC ist für eine Reiseplanung ein sehr guter Ansprechpartner. Und günstig. Selbstverständlich ist diese Tour auch per Auto und Hotel gut zu schaffen, wobei ich immer finde, dass die Campingplätze in den Nationalparks an Atmosphäre und Lage jedes Hotel übertreffen. Meine Kinder lieben es, die Campingplätze zu erkunden, Feuer in der Feuerschale anzuzünden und abends beim Lagerfeuer Geschichten vorgelesen zu bekommen und dabei Marshmallows zu rösten. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die soziale Anbindung auf den Campgrounds, denn die Eltern können dann auch mal eine entspannte Stunde genießen wenn die Kids sofort Freunde finden und auf dem Spielplatz verschwunden sind.

 

Zur Einstimmung auf die Pacific Northwest Tour gibt es hier ein Video mit den Höhepunkten der diesjährigen Tour:

01 // Start der Tour – SEATTLE

 

Seattle ist das Zentrum der Pacific Northwest Region und liegt direkt am Pazifik. Die Metropole wächst rasant, nicht zuletzt durch so große Arbeitgeber wie Amazon, Microsoft, Boing und Starbucks. Aber trotzdem hat sie ihren „Small Town Character“ irgendwie nicht verloren. In Vierteln wie Fremont, Ballard oder Bellevue gibt es viele kleine Cafes, Restaurant und Boutiquen. In einem früheren Blogpost gebe ich detaillierte Reisetipps zu Seattle; den Post findet Ihr hier.

Wohnen: The Edgewater Hotel direkt am Wasser mit super Frühstück und bester Lage, oder ACE Hotel für die Hippster unter Euch (Achtung: kein Aufzug!).

Einkaufen: die Campingausrüstung bekommt Ihr im Headquarters von REI. Ihr könnt sie sogar im Laden ausprobieren, oder eine Runde an der gigantischen Kletterwand klettern.

Aktivitäten mit Kids: eine Tour mit der Duck (Ride the Ducks), Seattle Zoo, Seattle Aquarium, Space Needle

02 // Snoqualmie – home of Twin Peaks

Jede Tour führt uns wie von magischer Hand geführt an Snoqualmie vorbei, der Ort, in dem David Lynch Twin Peaks verortet hat. Bei unserem ersten Besuch haben wir uns noch einen Spaß daraus gemacht, die Drehorte von Twin Peaks abzufahren. Snoqualmie ist ein hübscher, kleiner Ort, der ca. 1h von Seattle entfernt in den Ausläufen der Berge liegt. Das Highlight dort ist natürlich der Wasserfall. Aber auch das Eisenbahnmuseum ist toll.

Übernachten: direkt am Wasserfall in der Salish Lodge & Spa (Tipp: eine Yogastunde mit Blick auf den Wasserfall buchen)

Essen: Ein Stückchen Pie und einen Kaffee im Twede’s Cafe und dabei die Fotos von Twin Peaks anschauen.

 

 

03 // Mount Rainier National Park

Jeder sollte das Wahrzeichen von Washington State, Mount Rainier, mal gesehen haben. Der Mount Rainier Nationalpark bietet die beste Möglichkeit dazu. Da es auf der Route noch weitere Nationalparks gibt, lohne es sich den Jahrespass im Visitor Center zu erwerben. Ein Paradies für Outdoor Fans mit vielen Wanderrouten, Rafting, Klettern und Möglichkeiten zur Wildbeobachtungen. Aber Achtung: Bären, Schlagen und Pumas sind real und kommen vor. Ich habe sie gesehen. Abgelegene Wanderungen mit kleinen Kindern, oder solo Joggingrunden solltet Ihr vermeiden.

Übernachten: Klassisch im Paradise Inn, DER Lodge im Park.

Aktivitäten mit Kindern: Das Junior Ranger Program ist immer total spannend für Kinder.

 

03 // Portland – Long live Oregonians

Portland ist definitiv eine meiner Lieblingsstädte. Es hat die perfekte Größe, ist umgeben von Bergen und liegt nicht weit entfernt vom Meer. Aber das beste an Portland sind die Oregonians, eine entspannte, freundliche und naturverbundene Menschengattung. In Portland kann man es sich auf jeden Fall ein paar Tage gut gehen lassen und die verschiedenen kleinen Viertel mit Kunstgalerien, Boutiquen und hübschen Frühstücksrestaurants genießen.

Übernachten: McMenamins Kennedy School. Eine ehemalige Grundschule. Man schläft in den umgebauten Klassenzimmern. Das beste ist der heiße Pool im Innenhof. Wer es lieber stylish mag, dem empfehle ich das Hotel The Jupiter oder das Hi-Lo Hotel, Downtown, oder natürlich die Mutter aller Hipster Hotels. Ace Hotel, Portland.

Ansehen: Für Gartenliebhaber: The Portland International Rose Test Garden mit unglaublich schönen Rosen und einem tollen Blick über die Stadt. Der Portland Japanese Garden für Zenkünstler.

Mit Kindern: ImPortland Children’s Museum haben wir schon gefühlt Wochen verbracht. Es ist wirklich toll und für unsere Kinder immer ein Highlight. Direkt daneben liegt auch der Zoo.

Shoppen: Portland beheimatet viele, coole Marken, die die Stadt mit ihren Flagship Stores schmücken: dazu gehören Pendleton, Filson und Poler. Der Pearl District ist ein Muss, dort kann man allein schon einen Tag shoppen gehen. Lokale Marken gibt es bei „North of West“.

Poler Flagship Store

Essen: Samstags ist der Portland Saturday Market, dort gibt es sehr schöne Kunst und kulinarische Highlights. Die abgefahrensten Donuts und die längste Schlange gibt es bei Voodoo Doughnut.

 

04 // Oregon Coast – Cannon Beach

Nach so viel Stadt und Bergen ist es jetzt Zeit für Erholung am Meer. Nach nur knapp 1,5 Stunden erreicht man die Pazifikküste und findet eine wundervolle Kulisse vor. Der Pazifik ist hier oben im Norden schon extrem kalt (eigentlich schon ab Nordkalifornien). Wer baden möchte, braucht definitiv einen Neopren oder ein Hotel oder Campingplatz mit Pool, so vermeiden wir gefrustete Kinder. Die Route führt ab Cannon Beach nordwärts Richtung Olympic National Park. Es lohnt sich sehr auf der Küstenstrasse zu bleiben, auch wenn das eine längere Fahrt bedeutet. Schön ist die Fahrt über die Brücke in Astoria.

Übernachten: Es gibt zahlreiche staatliche Parks entlang der Küste, wie zum Beispiel Fort Stevens State Park, die schöne Campingplätze bieten. Wer lieber im Hotel schläft, dem kann ich Stephanie Inn oder Ocean Lodge empfehlen.

Ansehen: Haystack Rock am Cannon Beach. Astoria, da unbedingt über die Brücke fahren.

Essen: Crab Cakes sind überall köstlich

 

 

05 // Olympic National Park

Der Olympic National Park ist ein Schmuckstück der Natur in Washington. Er erstreckt sich über die gesamte Halbinsel vor Vancouver Island und hat eine Größe von unglaublichen 3734 km². Kein Wunder, dass wir dort in diesem Sommer 10 Tage verbracht haben, und trotzdem hatten wir das Gefühl, nur die Oberfläche dieses Naturwunders gesehen zu haben. Was den ONP so einzigartig macht? Es gibt dort Pflanzenarten, die nur dort zu finden sind. Außerdem verfügt er über mystische, moosbehangene Wälder, Felsenküsten, die permanent im Nebel verschwinden, schneebedeckte Bergketten, fantastische Felsformationen an der Küste und kleine, idyllische Dörfer. Ich werde bald einen ausführlichen Post über den ONP nachreichen, denn auch dort muss man seine Route clever planen. Wenn man von Süden kommt, empfehle ich mit dem Uhrzeigersinn den Park zu umfahren.

Sol Duc Falls

 

 

Port Angeles

Übernachten: da wir nur mit dem Camper unterwegs waren, kann ich zu Hotels nicht viel sagen, aber die Campingplätze sind sehr schön. Besonders zu empfehlen: Sol Duc Falls direkt an den Hot Springs, Kalaloch Campground am Meer, Quileute am Meer.

Ansehen: Cape Flattery, Sol Duc Falls, Hoh Rain Forest, Ruby Beach, Hurricane Ridge, Port Angeles

 

06 // San Juan Islands

Jetzt geht es auf die San Juan Islands, eine Inselgruppe zwischen Kanada und den USA. Man erreicht die Inseln mit der Fähre von Anacortes, dahin führt der Weg vom Olympic National Park über Port Townsend und Anacortes. Die Fahrt nach Anacortes führt über eine der schönsten Brücken, die ich je gesehen habe – Deception Pass. Ihr solltet unbedingt über die Brücke fahren, oder noch besser aussteigen und über die Brücke laufen, ich garantiere fantastische Fotomotive. Die Fähren sollte man vorher unbedingt online reservieren. Alle Inseln der San Juan Islands sind einfach nur fantastisch und der perfekte Ort, um Orcas zu beobachten, ob von Land aus oder mit dem Boot. Ein Aufenthalt auf den Inseln ist pure Entschleunigung. Man kann dort tolle Wanderungen machen, in Seen schwimmen, idyllische Dörfer besuchen oder einfach nur am Strand liegen. Da die Campingmöglichkeiten auf den Inseln begrenzt sind, muss man sich schon frühzeitig darum kümmern. In diesem Jahr sind wir sogar mit dem Camper auf Orcas Island gelandet und haben dort in einem Ferienhaus gewohnt.

 

Wohnen: Lakedale Resort (San Juan Island) und Moran State Park (Orcas Island). Es gibt auch zahlreiche kleine Inns und B&Bs.

Erleben: Whale Watching im Lime Kiln Point State Park (San Juan Island). Whale Watching Tour, zum Beispiel mit Deer Harbor Charters (Orcas Island). Wandertouren zu kleinen Stränden, Eis essen in pittoresken Dörfern, entspannen am Strand.

 

07 // Vancouver Island – Kanada

Mit der Fähre geht es weiter nach Kanada, auf Vancouver Island. Die vorgelagerte Insel ist recht groß und erfordert schon einige Tage Eurer Reisezeit, um sie zu erleben. Man sollte auf jeden Fall in den Lieblingsort des kanadischen Premierministers, Justin Trudeau, nach Tofino fahren. Dieses abgelegene Paradies erreicht man in ca. 4h von Victoria aus. Die Kanadier sind ein Naturvolk, alles dreht sich um The Great Outdoors. Auch auf Vancouver Island kann man wandern, Kajaktouren machen, surfen, mit dem Wasserflugzeug über die Inseln fliegen, fischen usw. Die größte Stadt dort ist mit 85.000 Einwohner Victoria; sie ist auch die Hauptstadt der Provinz British Columbia, was man ihr aber nicht anmerkt. Ich fand Victoria ganz nett, aber nicht spektakulär. Wer nach Vancouver Island fährt, der sollte die Natur erleben, und das kann man nur, wenn man sich Richtung Norden aufmacht. Vancouver Island ist ein sehr beliebter Urlaubsort, auch hier sollten Buchungen (auch für Campingplätze) recht frühzeitig vorgenommen werden.

Übernachten: Luxus-glamping im Clayoquot Wilderness Resort, The Wickaninnish Inn (Klassiker).

Ansehen: Surfen am Chesterman Beach, Cathedral Grove, Rainforest Walk, Hot Springs Tour

08 // Vancouver

Mit der Fähre fährt man von Nanaimo aufs Festland nach Vancouver. Die Metropole an der Westküste bietet unglaublich viel, besonders auch für Kinder. Wir haben uns dort in einem netten Viertel ein Ferienhaus gemietet, denn mit dem Camper kommt man in den Großstädten nicht so wirklich weit. Die Campingplätze in den Städten sind meist furchtbar, schmale Straßen mit Steigungen machen das Fahren (besonders auch in Seattle) zum Hindernislauf. Downtown Vancouver ist wie jedes andere Downtown auch: monotone Skyscraper, keine Seele, am Wochenende tot. Es lohnt sich, die kleineren Viertel wie Gastown, Main Street und West End anzusehen. Auch die Umgebung von Vancouver bietet sehr viel, wie zum Beispiel die Capilano Suspension Bridge.

Übernachten: The Burrard

Ansehen: Granville Island (ganzen Tag einplanen), Stanley Park (Aquarium, Fahrradtour), Capilano Suspension Bridge

Essen: Nemesis Coffee, Bries & The Beets, Botanist Dining, Tacofinovan,

09 // Letzte Station – Index

Von Vancouver aus geht es zurück in die USA. Falls man noch ein wenig Kanada erleben möchte, bietet sich eine Tour nach Whistler an. Unsere letzte Station lautet Index, ein kleines Dorf in den Cascades direkt am Skykomish River gelegen. Für die Strecke von Vancouver braucht man ca. 3 Stunden, aber entlang der Pazifikküste gibt es immer mal wieder schöne Inns, in denen man eine Nacht verbringen kann. In Index haben wir eine Woche in einer urigen Cabin oberhalb des Flusses verbracht. Wir haben die Tage dort mit Wanderungen entlang des Flusses, Kayaktouren und sogar einem Kirmesbesuch inklusive Lumber Jack Show verbracht. Index bietet die perfekte Erholung vor dem Langstreckenflug zurück nach Deutschland. Und die volle Dosis Amerika gibt es zum Abschluss auch noch dazu.

Wohnen: Cabin am Fluss mieten, zum Beispiel über Airbnb

Erleben: Kayaktouren auf dem Fluss, Wanderungen (Vorsicht Wildlife!), Fischen

Essen: Burger im Zeke’s Drive Inn, Mexikanisch im Tres Marias (Monroe)


Nach dem Road Trip ist vor dem Road Trip, und so geht auch für uns die Reise weiter. Ich halte Euch auf dem Laufenden, auf welches Abenteuer wir als nächsten aufbrechen.

Bis dahin findet Ihr hier auf Waldfrieden State noch einige Reisetipps für die USA und schaut auch mal auf meinem Pinterest Board  >> The Great Pacific Northwest <<  vorbei.

 

Zum Schluss gibt es als Bonus noch Zugriff auf unsere sehr ausgefeilte Google Maps mit vielen, vielen Markierungen zu Übernachtungen, Shops, Sehenswürdigkeiten, Campingplätzen, Photomöglichkeiten, Hotels, Spielplätzen, Museen etc. You name it, it’s in there!

Google Maps

 

Ich wünsche Euch viel Spaß bei der Planung Eures nächsten Road Trips und schickt mir mal ’ne Karte!

 

 

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